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Wie halte und füttere ich mein Kaninchen richtig und artgerecht?

Prinzipiell ist die Kaninchenhaltung nicht einfach und nicht so problemlos wie so oft angenommen wird. Viele Erkrankungen werden durch falsche Ernährung und Haltung provoziert, was nicht selten zum Tod des geliebten Heimtieres führt.

Kaninchen sind gesellige Tiere, die naturgemäß in Familienbanden leben, wo sie ihre sozialen Verhaltensweisen ausleben können. Daraus resultiert,

dass eine Einzelhaltung als nicht artgerecht angesehen werden kann. Auch von der immer wieder propagierten Vergesellschaftung mit Meerschweinchen ist abzuraten. Kaninchen sind meist die dominanteren Heimtiere, die oft ihre Mitgenossen, die Meerschweinchen, versuchen zu unterdrücken. Sie sprechen außerdem zwei völlig unterschiedliche Sprachen und zeigen unterschiedliche Verhaltensweisen, sie können sich einfach nicht „verstehen“.



altBewährt hat sich die Paarhaltung gleichgeschlechtlicher weiblicher und kastrierter männlicher Kaninchen, obwohl man auch hierbei bedenken muss:


  • Kaninchen sind Streithammel mit einem breiten aggressiven Verhaltensrepertoire
  • auch unter Kaninchen gibt es Antipathien und Sympathien
  • Zippen sind generell aggressiver als Böcke.


Bei der Wohnungs- und Käfighaltung müssen unsere Kaninchen ihre natürlichen Fortbewegungsarten (Hoppeln, Hakenschlagen, Springen usw.) ausführen können. Meistens sind die Käfige zu klein und bieten zu wenig Raum für die artgerechte Bewegung.

Ohne regelmäßigen zusätzlichen Auslauf verkümmern unsere Kuscheltiere. Ideal ist deshalb eine ganzjährige Außenhaltung, wo eine ausreichende Fläche die typischen Hoppelsprünge zulässt.
Kaninchen vertragen im Winter die kühle, frische Winterluft besser, als eine stickige, trockene Heizungsluft, so dass in unseren Breiten Kaninchen ganzjährig draußen gehalten werden können.

Der Kauapparat und der Magendarmtrakt unseres Kaninchens als reinern Pflanzenfresser ist auf ständiges, rohfaserreiches Nahrungsangebot angewiesen. Eine artgerechte Fütterung besteht deshalb aus stets verfügbaren Heu/Stroh oder Gras als Grundfutter (80 %) und kann durch abwechslungsreiches Frischfutter (Blätter, Kräuter, Gemüse, Obst) ergänzt werden. Körnerfutter (Weizen, Roggen, Hafer und Haferflocken, Mais und Maisprodukte usw.) ist ein stärkereiches, zellulosearmes Futter und entspricht nicht dem ernährungsphysiologischen Bedarf. Eine ständige Fehlfütterung führt zu erheblichen Erkrankungen wie Trommelsucht (Fehlgärungen im Blinddarm), chronischen Durchfällen, ungenügendem Zahnabrieb (Fehlstellungen der Zähne, einsprießende Zahnspitzen) und Übergewicht (Fehlbelastungen der Gelenke, Verfettung der Organe, Bewegungsunlust, und Unsauberkeit - Fliegenmadenbefall im Sommer). Milchdrops, Kaustangen oder andere nicht artgemäße Nahrungsmittel sollten deshalb aus dem Speiseplan verbannt werden. Sie beinhalten gemäß der Packungsdeklaration Zucker, Mehl, Maiskleie, Zuckerrohrmelasse, Bäckerei-Nebenerzeugnisse, tierische Nebenerzeugnisse, Eier, Milch usw. und sind deshalb nicht artgerecht und machen unsere Heimtiere krank.
Sollte Ihr Kaninchen veränderten Kot haben oder weniger fressen als sonst, dann sind das Alarmzeichen und Sie sollten einen Tierarzt aufsuchen.